9. Mai | Was singt denn da?

Vogelexkursion in die Preetzer Postseefeldmark

Schafstelzen benötigen als Bodenbrüter offene Bereiche (Foto: NABU/Mathias Schäf).
Schafstelzen benötigen als Bodenbrüter offene Bereiche (Foto: NABU/Mathias Schäf).

Reviergesänge und Balzrufe erfüllen die Luft und aus scheinbar jedem Gebüsch antwortet ein anderer gefiederter Akteur. Der Spätfrühling bietet ideale Voraussetzungen, um in die faszinierende Welt der Vogelstimmen einzutauchen und die Vielfalt unserer heimischen Vogelarten mit allen Sinnen zu erleben. Genau diese steht im Mittelpunkt der NABU-Exkursion „Was singt denn da?“ am 9. Mai um 14 Uhr in der Preetzer Postseefeldmark.

 

Unter der fachkundigen Leitung von Frauke Anders-Gehrke und Gitta Früchtnicht begeben sich die Teilnehmenden auf eine spannende Entdeckungstour durch den schützenswerten Naturraum der halboffenen Weidelandschaft. Mit geschultem Ohr und Blick lassen sich zahlreiche Vogelarten entdecken – von der allseits bekannten Amsel mit ihrem melodischen Gesang bis hin zum charakteristisch rufenden Zilpzalp, dessen Name sein Lied bereits treffend beschreibt. Neben den einzelnen Vogelarten sind auch die Zusammenhänge zwischen Vogelvielfalt und Lebensraum Thema. Die Preetzer Postseefeldmark bildet dafür eine ideale Kulisse. Seit vielen Jahren engagiert sich der NABU Preetz-Probstei hier im Projekt „Weidelandschaft Postseefeldmark“. Unter der Federführung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist seit 2003 gemeinsam mit der Marius-Böger-Stiftung, der Stadt Preetz und dem Lindenhof auf über 80 Hektar eine halboffene Weidelandschaft entstanden, die sich zu einer stadtnahen Oase für Mensch und Natur entwickelt hat. Durch die extensive Beweidung mit Robustrindern und gezielte Pflege- und Vernässungsmaßnahmen entsteht eine abwechslungsreiche Landschaft mit einem Mosaik aus offenen Flächen, Gebüschen, Röhrichten und Feuchtgebieten. Diese Vielfalt an Strukturen bietet ideale Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Rohrweihen sind in der Postseefeldmark regelmäßig zu beobachten (Foto: NABU/Mathias Schäf).).
Rohrweihen sind in der Postseefeldmark regelmäßig zu beobachten (Foto: NABU/Mathias Schäf).).

Gerade für die Vogelwelt ist die kleinräumige Verzahnung unterschiedlicher Lebensräume von großer Bedeutung. Während auf offenen Flächen Bodenbrüter und Wiesenvögel wie Feldlerche, Kiebitz, Wiesenpieper und Schafstelze anzutreffen sind, bieten dichtere Bereiche mit Bäumen und Sträuchern Rückzugsorte für spezialisierte Arten wie Pirol, Sprosser, Mittel- und Schwarzspecht. Für Braun- und Schwarzkehlchen ist die Kombination aus Offenflächen und Busch- und Strauchwerk, die Sitzwarten bieten, entscheidend.  Auf und an den zahlreichen Teichen und Feuchtbereichen tummeln sich wasser- und feuchtgebietsgebundene Arten wie Schwarzhalstaucher, Gänsesäger, Flussseeschwalbe, Schilf- und Drosselrohrsänger. Mit etwas Glück lässt sich ein Eisvogel bei der Jagd und eine Bekassine beim charakteristischen Zick-Zack-Flug beobachten. Auch Greifvögel wie Rohrweihe, Rotmilan, Seeadler und Fischadler kommen regelmäßig vor. Die reiche Insektenwelt, gefördert durch blütenbunte Wiesen, sorgt für ein üppiges Nahrungsangebot – eine wichtige Voraussetzung für die hohe Artenvielfalt.

Bereiche mit Bäumen und Sträuchern sind Rückzugsorte für spezialisierte Arten wie Pirol, Sprosser und den hier abgebildeten Schwarzspecht (Foto: NABU/CEWE/Theo Israel).
Bereiche mit Bäumen und Sträuchern sind Rückzugsorte für spezialisierte Arten wie Pirol, Sprosser und den hier abgebildeten Schwarzspecht (Foto: NABU/CEWE/Theo Israel).

Die Exkursion bietet nicht nur ein akustisches und visuelles Erlebnis, sondern auch spannende Einblicke in ein gelungenes Naturschutzprojekt. Die Teilnehmenden erfahren, wie durch gezielte Maßnahmen und Kooperationen zwischen Naturschutzorganisationen, Stiftungen, Stadt und Landwirtschaft wertvolle Lebensräume geschaffen und erhalten werden können. Gleichzeitig wird deutlich, wie sensibel dieses Gleichgewicht ist und warum es wichtig ist, die Natur respektvoll zu behandeln – etwa indem Brut- und Laichgebiete nicht betreten werden.

 

Die Exkursion „Was singt denn da?“ lädt Naturinteressierte jeden Alters - vom Einsteiger bis zur  erfahrenen Vogelkennerin – ein, die Vielfalt der Vogelstimmen zu entdecken und die besondere Atmosphäre der Postseefeldmark zu genießen. Ferngläser können gerne, sofern vorhanden, mitgebracht werden.

 

Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr. Treffpunkt ist die Weggabelung nach dem Hundeplatz  (GPS: 54.219700, 10.258707). Dem Postfelder Weg stadtauswärts in die Feldmark folgen, nach einiger Zeit passiert man rechts den Hundeplatz, nach ca. einem Kilometer erreicht man die Kreuzung mit Parkmöglichkeiten für Fahrräder und Autos.

 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltung ist – wie alle NABU-Exkursionen – kostenfrei.

 

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