13. Juni | Auf den Spuren von Sprosser, Gelbspötter und Co.

NABU lädt zur Vogel-Fahrrad-Exkursion in die Postseefeldmark ein

Gelbspötter imitieren oft die Stimmen anderer Vogelarten (Foto: NABU/Werner Bartsch).
Gelbspötter imitieren oft die Stimmen anderer Vogelarten (Foto: NABU/Werner Bartsch).

 

Vielen Preetzerinnen und Preetzern ist gar nicht bewusst, welch beeindruckendes Vogelparadies direkt vor den Toren der Stadt liegt. Die Preetzer Postseefeldmark bietet mit ihrer Vielfalt aus offenen Wiesen, Gebüschen, Röhrichten und Gewässern ideale Bedingungen für eine außergewöhnlich artenreiche Vogelwelt. Der NABU Preetz-Probstei lädt am Samstag, 13. Juni, um 17.30 Uhr alle Naturinteressierten dazu ein, diesen besonderen Naturraum auf einer geführten Fahrrad-Exkursion kennenzulernen, Vögel zu beobachten und ihren Stimmen zu lauschen. Die Tour führt zu verschiedenen Beobachtungspunkten innerhalb des weitläufigen Naturgebiets.

 

 

Unter der fachkundigen Leitung von Frauke Anders-Gehrke begeben sich die Teilnehmenden auf eine spannende Entdeckungsreise durch die halboffene Weidelandschaft. Mit geschultem Ohr und aufmerksamem Blick lassen sich zahlreiche Vogelarten aufspüren – je nach Witterung und Jahreszeit können bis zu 35 Arten beobachtet oder gehört werden. Dabei stehen nicht nur bekannte Arten wie Amsel oder Kohlmeise im Fokus. Gerade jetzt im Spätfrühling erfüllen die oft verborgenen Gesänge von Sprosser und Gelbspötter die Landschaft. Während der Sprosser nicht nur im Aussehen sondern auch in der Stimme der Nachtigall ähnelt und sich mit ihrer im Überlappungsgebiet auch verpaaren kann, begeistert der Gelbspötter mit seinem überraschend lauten und variantenreichen Repertoire, in das er häufig auch die Stimmen anderer Vogelarten einbaut.

 

 

Die immer seltener werdenden Kiebitze finden in der Postseefeldmark gute Lebensbedingungen (Foto: NABU/Thomas Hampelmann).
Die immer seltener werdenden Kiebitze finden in der Postseefeldmark gute Lebensbedingungen (Foto: NABU/Thomas Hampelmann).

 

Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagiert sich der NABU Preetz-Probstei gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Marius-Böger-Stiftung, der Stadt Preetz und dem Lindenhof für die Entwicklung der „Weidelandschaft Postseefeldmark“. Auf über 80 Hektar entsteht seit 2003 durch extensive Beweidung mit Robustrindern sowie gezielte Pflege- und Vernässungsmaßnahmen eine abwechslungsreiche Landschaft, die heute zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet.

 

Auf den offenen Flächen sind Feldlerchen, Kiebitze, Wiesenpieper und Schafstelzen zu Hause. Die Feldlerche beeindruckt mit ihrem scheinbar endlosen Singflug hoch über den Wiesen, während Schafstelzen häufig in unmittelbarer Nähe der Weidetiere nach Insekten suchen. In den dichter bewachsenen Bereichen finden Arten wie Pirol, Sprosser sowie Mittel- und Schwarzspecht geeignete Brut- und Rückzugsräume. Der leuchtend gelbe Pirol bleibt dabei meist verborgen, verrät sich aber durch seinen flötenden Ruf. Der Schwarzspecht wiederum ist der größte heimische Specht und schafft mit seinen Baumhöhlen wichtige Quartiere für zahlreiche weitere Vogel- und Fledermausarten.

 

 

Braunkehlchen leben im Offenland, nutzen jedoch einzelne Büsche oder hohe Stauden als Sing- und Ansitzwarten. Sie finden deshalb in der halboffenen Weidelandschaft der Preetzer Postseefeldmark gute Lebensbedingungen (Foto: NABU/Mathias Schäf)..
Braunkehlchen leben im Offenland, nutzen jedoch einzelne Büsche oder hohe Stauden als Sing- und Ansitzwarten. Sie finden deshalb in der halboffenen Weidelandschaft der Preetzer Postseefeldmark gute Lebensbedingungen (Foto: NABU/Mathias Schäf)..

 

Braunkehlchen und Schwarzkehlchen profitieren von der Kombination aus Offenland und einzelnen Sträuchern oder hohen Stauden, die ihnen als Ansitz- und Singwarten dienen. An den zahlreichen Gewässern und Feuchtflächen lassen sich mit etwas Glück Schwarzhalstaucher, Flussseeschwalben oder Schilfrohrsänger beobachten. Besonders spektakulär sind Begegnungen mit dem blitzschnell über das Wasser jagenden Eisvogel oder der Bekassine, deren balzender Zickzackflug und das dabei entstehende „Meckern“ zu den faszinierendsten Naturerlebnissen der heimischen Vogelwelt zählen. Auch Greifvögel wie Rohrweihe, Fischadler, Rotmilan oder Seeadler werden regelmäßig in der Postseefeldmark gesichtet.

 

Neben der Vogelbeobachtung vermittelt die Exkursion spannende Einblicke in die Bedeutung naturnaher Landschaftspflege und den Schutz wertvoller Lebensräume. Die Teilnehmenden erfahren, wie durch die Zusammenarbeit von Naturschutz, Landwirtschaft, Stiftungen und Kommune eine Landschaft entstanden ist, die heute als Rückzugsraum für zahlreiche seltene Arten dient. Die Tour macht zugleich deutlich, wie wichtig es ist, solche Lebensräume langfristig zu erhalten und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.

 

Die Fahrrad-Exkursion richtet sich an Naturinteressierte jeden Alters – vom Einsteiger bis zur erfahrenen Vogelkennerin. Ferngläser können gerne mitgebracht werden.

 

 

Treffpunkt ist um 17:30 Uhr auf dem Parkplatz an der Matthias-Claudius-Straße/Ecke Gorch-Fock-Straße in Preetz. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.