27. Juni | Was fliegt, krabbelt, hüpft und summt denn hier?

Insektenkundliche Exkursion in die Postseefeldmark

Das Sechsfleck-Widderchen wird wegen seiner roten Flecken auch Blutströpfchen genannt(Foto: NABU/Joachim Eberhardt).
Das Sechsfleck-Widderchen wird wegen seiner roten Flecken auch Blutströpfchen genannt(Foto: NABU/Joachim Eberhardt).

Am Samstag, den 27. Juni, lädt der NABU Preetz-Probstei um 14 Uhr zu einer naturkundlichen Wanderung durch die Preetzer Postseefeldmark ein. Unter dem Motto „Was fliegt, krabbelt, hüpft und summt denn hier?“ stehen die faszinierenden Bewohner der blütenreichen Wiesen und Weideflächen im Mittelpunkt. Die Exkursion richtet sich an Naturinteressierte jeden Alters und bietet spannende Einblicke in die Vielfalt der heimischen Insektenwelt.

Unter der fachkundigen Leitung von Frauke Anders-Gehrke erkunden die Teilnehmenden die artenreichen Blühflächen und extensiv genutzten Weiden der halboffenen Weidelandschaft. Gerade in den Sommermonaten herrscht hier reges Leben: Schmetterlinge, Wildbienen, Heuschrecken, Käfer und zahlreiche weitere Insektenarten finden auf den blütenreichen Flächen Nahrung, Rückzugsorte und geeignete Entwicklungsräume.

 

Ein besonderer Schwerpunkt der Exkursion liegt auf dem Sechsfleck-Widderchen. Der auffällig rot-schwarz gefärbte Falter zählt zu den Nachtfaltern, ist jedoch tagsüber aktiv und deshalb besonders gut zu beobachten sind. Die Besucherinnen und Besucher erhalten die Gelegenheit, den Entwicklungszyklus dieser bemerkenswerten Art direkt im Gelände kennenzulernen. Mit etwas Glück lassen sich Raupen, Kokons und ausgewachsene Falter gleichzeitig entdecken – ein eindrucksvolles Beispiel für die komplexen Lebenszyklen unserer heimischen Insekten.

 

Spannend wird zudem die Frage sein, ob sich das Sechsfleck-Widderchen in diesem Jahr erneut so stark vermehrt wie in den vergangenen Jahren. Zeitweise konnten außergewöhnlich hohe Bestandsdichten beobachtet werden, sodass die Falter die Blühflächen in großer Zahl bevölkerten. Die Beobachtungen während der Wanderung vermitteln anschaulich, wie dynamisch sich Insektenpopulationen entwickeln und wie wichtig geeignete Lebensräume für ihren Erhalt sind.

 

Der Braune Feuerfalter wird wegen der schwefelfarbenen Hinterflügelunterseiten auch Schwefelvögelchen genannt (Foto: NABU/Helge May).
Der Braune Feuerfalter wird wegen der schwefelfarbenen Hinterflügelunterseiten auch Schwefelvögelchen genannt (Foto: NABU/Helge May).

Die Postseefeldmark hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Hotspot der Artenvielfalt entwickelt. Auf rund 15 Hektar wurden mehrjährige Blühflächen sowie zahlreiche Blühstreifen an Ackerrändern angelegt. Sie bieten ein reichhaltiges Nahrungsangebot für blütenbesuchende Insekten und bilden die Grundlage für die bemerkenswerte Artenvielfalt des Gebietes. Allein mehr als 30 Schmetterlingsarten können hier beobachtet werden, darunter der Braune Feuerfalter, das Sechsfleck-Widderchen und der Wegerich-Scheckenfalter.

 

Besonders eindrucksvoll ist eine im Rahmen des Projektes „Blütenmeer 2020/2030“ entstandene Wiese nahe des Postseeufers. Durch die Übertragung von Mahdgut aus dem Naturschutzgebiet Putlos konnten zahlreiche gefährdete Pflanzenarten wieder angesiedelt werden. Heute blühen dort unter anderem Klappertopf, Wegwarte, Witwenblume, Heidenelke und Flockenblume. Diese Pflanzen locken viele Insekten an, darunter auch Arten, die auf bestimmte Blüten spezialisiert sind. Die Fläche hat sich so erfolgreich entwickelt, dass sie inzwischen selbst als Spenderfläche für neue Blühwiesen genutzt werden kann.

 

Der Wegerich-Scheckenfalter ist selten geworden - in der Preetzer Postseefeldmark kommt er regelmäßig vor (Foto: NABU/Sandra Malz).
Der Wegerich-Scheckenfalter ist selten geworden - in der Preetzer Postseefeldmark kommt er regelmäßig vor (Foto: NABU/Sandra Malz).

Neben der Beobachtung von Insekten vermittelt die Exkursion auch interessante Einblicke in die naturnahe Landschaftspflege. Die Teilnehmenden erfahren, wie durch die Zusammenarbeit von Naturschutzverbänden, Landwirtschaft, Stiftungen und Kommune eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft entstanden ist, die heute zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dient. Bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten engagiert sich der NABU Preetz-Probstei gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Marius-Böger-Stiftung, der Stadt Preetz und dem Lindenhof für die Entwicklung der Weidelandschaft Postseefeldmark. Auf über 80 Hektar entsteht seit 2003 durch extensive Beweidung mit Robustrindern sowie gezielte Pflege- und Vernässungsmaßnahmen eine vielfältige Landschaft, die sich zu einem wertvollen Rückzugsraum für zahlreiche spezialisierte Arten entwickelt hat.

 

Die Wanderung bietet die Gelegenheit, die Natur mit neuen Augen zu entdecken und die Bedeutung von Blühflächen und extensiv genutzten Weidelandschaften für den Erhalt der biologischen Vielfalt kennenzulernen. Mit offenen Augen und etwas Glück lassen sich zahlreiche spannende Entdeckungen machen – von summenden Bestäubern über hüpfende Wiesenbewohner bis hin zu farbenprächtigen Schmetterlingen.

 

Der NABU Preetz-Probstei freut sich auf viele naturbegeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer und einen abwechslungsreichen Nachmittag in der Postseefeldmark.

 

Treffpunkt ist um 14:00 Uhr auf dem Parkplatz an der Weggabelung nach dem Hundeplatz in Preetz. Dem Postfelder Weg stadtauswärts in die Feldmark folgen, nach ca. einem km erreicht man die Kreuzung mit Parkmöglichkeiten für Fahrräder und Autos. 

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

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