
Am Samstag, dem 2. Mai, lädt der NABU Preetz-Probstei Naturinteressierte zu einer spannenden Entdeckungstour in das Naturschutzgebiet „Kührener Teich und Umgebung“ ein. Gemeinsam mit dem Schutzgebietsreferenten Holger Düsedau begeben sich die Teilnehmenden auf die Suche nach Brutvögeln und lernen dabei die vielfältige Vogelwelt des Gebiets näher kennen.
Während der rund dreistündigen Führung werden entlang des Weges zum Kührener Teich alle beobachteten und potenziellen Brutvögel kartiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erkennen und Unterscheiden der Vogelgesänge – eine wertvolle Fähigkeit für alle Naturbegeisterten.
Das Naturschutzgebiet „Kührener Teich und Umgebung“ umfasst eine Fläche von 79 Hektar und steht seit 1994 unter Schutz. Es zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wasserflächen, Weiden, Waldgebieten und Knicks aus. Herzstück ist ein etwa 30 Hektar großer, flacher Teich, der ursprünglich als Fischteich genutzt wurde. Um eine Verlandung zu verhindern, wird er jährlich im November abgelassen. Während der Brutzeit bleibt der Wasserstand jedoch konstant, sodass die schwimmenden Nester der Brutvögel nicht trocken fallen. Zu den charakteristischen Arten des Gebiets zählen verschiedene Lappentaucherarten, darunter der Rothalstaucher, der mit seinen auffälligen, wiehernden Rufen auf sich aufmerksam macht. Auch Zwerg-, Hauben- und Schwarzhalstaucher sind hier anzutreffen.

Südlich des Wanderwegs erstreckt sich eine feuchte Niederung, die extensiv mit Galloway-Rindern beweidet wird. Durch diese Form der nachhaltigen Landnutzung entstehen offene, mosaikartige Landschaften, die Lebensräume für zahlreiche spezialisierte Blühpflanzen-, Insekten- und seltene Vogelarten bieten. In der halboffenen Weidelandschaft brütet beispielsweise der selten gewordene Neuntöter. Die Art ist für eine besondere Form der Vorratshaltung bekannt: Neuntöter spießen größere Beutetiere wie Libellen, große Käfer oder auch kleine Wirbeltiere auf Dornen, Stacheln und den Stacheldraht von Weidezäunen auf. Neben Neuntötern finden auch Kiebitze und Feldlerchen, beide auf der Roten Liste gefährdeter Arten, geeignete Brutplätze in der Weide.
Neben der reichen Vogelwelt beherbergt das Gebiet auch Amphibien, darunter die seltene Rotbauchunke. Ihr charakteristischer Ruf ist an warmen Sommerabenden in den feuchten Senken und Amphibienteichen zu hören.
Zu den bei der Exkursion zu erwartenden Arten zählen Singvögel wie Dorngras-, Klappergras- und Mönchsgrasmücke, Neuntöter, Fitis, Zilpzalp, Bachstelze, Rohrammer und Teichrohrsänger. Zudem könnten Wasservögel wie Flussregenpfeifer, Zwergtaucher, Brand-, Flussseeschwalbe, Silberreiher, Grau- und Kanadagans und Höckerschwan beobachtet werden.
Die Exkursion bietet eine hervorragende Gelegenheit, die biologische Vielfalt des Naturschutzgebiets kennenzulernen, mehr über die Bedeutung der Bewirtschaftungs- und Schutzmaßnahmen zu erfahren und so Einblicke in die praktische Naturschutzarbeit zu erhalten.
Der Beginn ist um 10 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Kreuzung Bahnhofsweg/Kirchsteig, Kühren (GPS: 54.196695, 10.268491). Von Preetz kommend von der Dorfstraße in Kühren links in den Bahnhofsweg abbiegen (bergauf) Richtung Wahlstorf. Nach ca. 800 m erscheint mit der Kreuzung der Treffpunkt mit Parkmöglichkeiten für Fahrräder und Autos.
Die Teilnehmenden werden gebeten, eine Schreibunterlage und einen Stift mitzubringen, um die Beobachtungen erfassen zu können. Auch Ferngläser können, sofern vorhanden, gerne mitgebracht werden. Die Veranstaltung richtet sich an Naturinteressierte jeden Alters und ermöglicht es, unter fachkundiger Leitung die heimische Vogelwelt aus nächster Nähe kennenzulernen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltung ist – wie alle NABU-Exkursionen – kostenfrei.