
Natur erleben, Pflanzen verstehen und dabei selbst aktiv werden – all das verspricht eine besondere Führung des NABU am Samstag, dem 23. Mai. Um 15 Uhr geht es los an der NABU-Naturinfo an der Badestelle am Lanker See. Drei Stunden lang dreht sich alles um die faszinierende Welt der Pflanzenbestimmung – und die hat weit mehr zu bieten als nur grüne Blätter.
Wer denkt, Pflanzen zu erkennen sei trockene Theorie, wird hier eines Besseren belehrt. Die Teilnehmenden lernen gleich vier verschiedene Methoden kennen: von der modernen Smartphone-App „Flora Incognita“ über das klassische Bestimmungsbuch „Was blüht denn da?“ bis hin zum dichotomen Schlüssel und der Einschätzung durch Expertinnen und Experten. Dabei wird schnell klar: Pflanzen bestimmen ist eine echte Detektivarbeit.

Neben sichtbaren Merkmalen spielen auch andere Sinne eine Rolle. Wie fühlt sich eine Pflanze an? Hat sie eine weiche Behaarung wie das Wollige Honiggras? Und wie riecht sie eigentlich? Wer genau hinschaut, tastet und schnuppert, entdeckt plötzlich Details, die vorher verborgen blieben.
Ein Höhepunkt der Führung ist die praktische Vegetationsaufnahme. Ausgestattet mit einem abgesteckten Rahmen bestimmen die Teilnehmenden gemeinsam alle Pflanzen innerhalb einer festgelegten Fläche. Keine Sorge: Perfekte Artenkenntnis ist nicht erforderlich. Stattdessen werden vorbereitete Namensschilder den gefundenen Pflanzen zugeordnet. So entsteht Schritt für Schritt eine Artenliste – ein kleines Abbild der Pflanzenvielfalt vor Ort.
Wie spannend solche Untersuchungen sein können, zeigt ein Blick ins vergangene Jahr: Auf einer Streuobstwiese am Lanker See konnten innerhalb eines nur fünf mal fünf Meter großen Quadrats ganze 23 Pflanzenarten nachgewiesen werden - darunter bekannte Wiesenbewohner wie das Gewöhnliche Ferkelkraut, die Gras-Sternmiere und das Gewöhnliche Ruchgras. In diesem Jahr wird bewusst ein neuer Standort untersucht – in der Hoffnung, weitere Arten kennenzulernen. Lassen Sie sich überraschen!

Die Exkursion bleibt nicht nur praktisch. In einem kurzen Theorieteil geht es um die sogenannten Ellenberg-Zeigerwerte. Diese beschreiben, unter welchen Umweltbedingungen Pflanzen besonders gut wachsen – etwa wie feucht der Boden ist oder wie viele Nährstoffe er enthält. Solche Daten sind für die Wissenschaft von großer Bedeutung. Studien zeigen beispielsweise, dass auf ungedüngten Wiesen oft mehr Pflanzenarten vorkommen als auf gedüngten Flächen.
Damit alles reibungslos funktioniert, werden sämtliche Materialien bereitgestellt: WLAN für die App, Bücher zur Bestimmung und die nötigen Hilfsmittel für die Untersuchung. Am Ende kehren alle zur NABU-Naturinfo zurück, wo die Eindrücke gemeinsam reflektiert werden.

Die Exkursion richtet sich an alle Naturinteressierten – egal ob Einsteiger oder Fortgeschrittene. Wer Lust hat, die Pflanzenwelt einmal aus einer neuen Perspektive kennenzulernen, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen.
Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Treffpunkt ist die NABU-Naturinfo am Lanker See (NABU Infohütte, GPS: 54.218718, 10.281847). Dem Castöhlenweg Richtung Süden (Strandbad Lanker See) folgen. Auf dem Sandparkplatz müssen die Autos stehen bleiben, ab dort geht es nur zu Fuß oder mit dem Rad weiter. Etwa 100 m hinter der Schranke erscheint die NABU-Naturinfo (NABU-Hütte). Fahrrad-Parkplätze befinden sich gleich gegenüber.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltung ist – wie alle NABU-Exkursionen – kostenfrei.